Hier
in Derby beginnt die Gibb-River-Road. Diese nur auf den ersten
Kilometern
asphaltierte Straße führt entlang der reizvollsten
Landschaften der
Kimberley-Region. Auf Grund ihrer Beschaffenheit muss man für
die
Strecke schon
ungefähr 5 Tage einplanen, Besichtigungen nicht mitgerechnet.
So sehr
es uns
auch reizte, diese Zeit hatten wir nicht. Außerdem wollten
wir ja zu
den
Bungles-Bungles und die sind von der GRR ziemlich weit entfernt. Kurzum
– ein
Stück der berühmten Straße sollte es schon
sein, aber über die Leopold
Downs
Road wollten wir unseren Wildnis-Ausflug in Richtung Fitzroy Crossing
abkürzen.
Wir
begannen unsere Fahrt früh am Morgen. Zuerst besichtigten wir
den
hiesigen
Hafen. Anschließend ging es zur Gibb-River Road. Wie erwartet
hörte der
Asphalt
bald auf und wir wurden etwas durchgeschüttelt, aber das war
kein
Vergleich zu
unserem Offroadabenteuer am ersten Tag. Wir kamen also ganz gut voran,
ab und
zu kam uns ein Fahrzeug entgegen. Dieses Ereignis kündigte
sich immer
schon
lange im Voraus an; die aufgewirbelte Staubfahne sieht man
kilometerweit.
Nach
ungefähr 120 Kilometern erreichten wir den Wegweiser zur
Windjana
Gorge. Also
verließen wir hier am derzeit staubtrockenen Lennard River
schon wieder
die
Gibb-River-Road und steuerten unser heutiges Tagesziel an. Nach 20
Kilometern
erreichten wir eine Telefonzelle, die mutterseelenallein in der
Landschaft
herumstand. Kurz dahinter befand sich der Campingplatz und die
Parkplätze der
Windjana Gorge. Aufgrund der relativ frühen Stunde waren wir
hier noch
ziemlich
allein und konnten uns einen einigermaßen schattigen
Stellplatz
aussuchen. Da
es schon ganz schön warm war, nutzen wir zuerst die
Möglichkeit, eine
kühle
Dusche zu nehmen, bevor wir auf Entdeckungstour gingen.
Vor
uns erhob sich eine beeindruckende Felswand, die Reste eines
urzeitlichen
Korallenriffs. Und mitten durch dieses Felsmassiv fließt ein
Fluss.
Schnell
hatten wir den Einstieg in die Schlucht erreicht. Drin wurden wir von
lauten
Kakadugeschrei empfangen. Alles sah aus wie im Film. Angesichts der
außerhalb
der Schlucht vorhandenen trockenen Savannenlandschaft waren wir von dem
tropischen Garten Eden, den wir hier betraten, ziemlich
überrascht.
Am
Eingang standen Schilder, die davor warnten, sich Krokodilen zu
nähern.
Irgendwie schien es uns aber bis hierher noch ziemlich unvorstellbar,
diesen
Monstern aus der Nähe zu begegnen. Aber schon nach wenigen
Metern sahen
wir sie
überall am Ufer oder mitten im Fluss treibend. Wir waren
fasziniert. Je
weiter
wir in die Schlucht hineinkamen, desto näher waren uns auch
die
Krokodile. Es
handelte sich hier um die relativ harmlosen
Süßwasserkrokodile, dennoch
hielten
wir einen reichlichen Sicherheitsabstand ein.
Inzwischen
füllte sich die Schlucht auch mit deutlich mehr Touristen und
die Ruhe
war
nicht mehr so deutlich wahrzunehmen. Einige „besonders
mutige“ Leute
brachten
es sogar fertig, die Krokodile anzufassen...
Trotz
der steigenden Temperaturen versuchten wir in der Schlucht
weiterzuwandern, um
wieder etwas mehr Ruhe zu finden. Das gelang uns zwar, aber insgesamt
betrachtet, ist der vordere, von mehr Besuchern bevölkerte
Teil, doch
der Eindrucksvollere.
Auf
dem Rückweg beobachteten wir noch Schützenfische bei
der Jagd. Diese
Fische
schwimmen knapp unterhalb der Wasseroberfläche und wenn sie in
der Luft
ein
Insekt sehen, schießen sie es mit einem feinen Wasserstrahl
flugunfähig
und
können es dann fressen.
In
der größten Mittagshitze zogen wir uns dann auf den
Campingplatz
zurück, wo wir
uns mal so richtig ausruhten.
Am
Abend, kurz vor Sonnenuntergang, lief ich noch einmal in die Schlucht.
Jetzt
war dort fast absolute Stille, d.h. zumindest kein
Menschenlärm, denn
zahllose
Vögel sorgten durchaus für einen beachtlichen
Geräuschpegel. Die
untergehende
Sonne sorgte für eine phantastische Lichtstimmung.
Wieder
auf dem Campingplatz angekommen, erschien dann auch bald der Ranger,
der die
Campinggebühren einsammelte.
Vor
der Nachtruhe beobachteten wir noch einige interessante Vögel,
unter
anderem
ein Bowerbird-Männchen, das, um Weibchen zu beeindrucken,
kunstvolle
Röhren aus
Zweigen baut und diese dann mit schönen Steinen oder
Glitzerkram
dekoriert.