Da uns der
Reiseführer
nachdrücklich davor gewarnt hatte mit dem Auto in die Stadt zu
fahren, nutzten wir den Zug ab Paco de Arcos. In kurzer Zeit
erreichten wir das Stadtzentrum. Hier besorgten wir uns erst einmal
Tageskarten für die öffentlichen Verkehrsmittel. Bei
den
Fahrkarten ist man in Lissabon sehr modern. Man kauft sich eine Karte
mit RFID-Chip(ein einfaches Pappkärtchen, auf den ersten Blick
von einem Parkschein nicht zu unterscheiden) darauf wird dann die
gewünschte Fahrkarte geladen, entweder am Automaten oder am
Schalter. Da es uns am Automaten nicht gelang, die Grundkarte(genannt
7 Colinas) zu erwerben, taten wir das am Schalter, wo man uns wider
erwarten sofort verstand.
Die Fahrpreise sind insgesamt recht niedrig, aber das Optimium ist tatsächlich die Tageskarte, da macht man garantiert nichts falsch.
Zuerst fuhren wir ein Stück mit der Metro. Unser erstes Ziel war der Aufzug Elevator Santa Justa, von dem sich das hartnäckige aber falsche Gerücht hält, er sei von Gustave Eiffel – dem Erbauer des gleichnamigen Turms in Paris gebaut worden. In Wirklichkeit war es aber einer seiner Schüler.
Der Turm des Aufzugs mit neogotischen Stilementen ist wirklich eine Augenweide. Und die Aussicht von der oberen Plattform ist wirklich grandios.
Wenn man Lissabon im wesentlichen an einem Tag erleben will, so bietet sich dafür eine Fahrt mit der Straßenbahnlinie 28 an. Vom Platz Martim Moniz geht es auf teilweise halsbrecherischen und extrem schmalen und steilen Straßen kreuz und quer durch die Stadt. Meiner Meinung nach ein unbedingtes MUSS, für jeden Lissabonbesucher. Wir stiegen an der Basilica de Estrela aus und gönnten uns im gegenüberliegenden, herrlich schattigen Jardim da Estrela eine Verschnaufpause und ein Eis.
Anschließend fuhren wir ein Stück mit der 28 zurück, diesmal leider ohne Sitzplatz und damit sehr unbequem. Am nächsten Aufzug, dem Elevator da Bica, stiegen wir aus und fuhren mit dieser Standseilbahn in Tal hinunter. Jetzt befanden wir uns wieder in der Nähe unseres Ausgangspunktes am Bahnhof Cais do Sodre. Hier stiegen wir in die Straßenbahnlinie 15, um nach Belem zu fahren. Die 15 fährt als einzige Lissaboner Linie mit modernen Siemens-Straßenbahnen, denn sie ist die einzige Linie die nicht durch die engen Straßen der Altstadt kurven muss.
Belem liegt etwas außerhalb der Stadt, tatsächlich sogar ziemlich genau auf halber Strecke zu unserem Hotel.
Unterwegs erlebten wir auch noch, wie eine Fahrkartenkontrolle mit der moderen Technik funktioniert. Wenn man das Fahrzeug betritt, hält man sein Karte an ein entsprechendes Lesegerät und der Einzelfahrschein wird abgebucht oder die Zeitkarte registriert. Die Kontrolleure, wie bei uns, schon von weitem zu erkennen, sind mit einem mobilen Lesegerät ausgerüstet und prüfen darauf jeden Fahrschein. Wenn es irgendwo Probleme gab, insbesondere bei alten Leuten und Touristen, zeigten sie sich hilfsbereit und kulant. Unsere Tickets waren allerdings in Ordnung.
In Belem stiegen wir aus und sahen uns zuerst die berühmte Festung Torre de Belem an . Anschließend spazierten wir zum wunderschönen, gewaltigen Hieronymitenkloster Mosteiro dos Jeronimos. Ein weiteres Stück UNESCO-Weltkulturerbe, das man unbedingt gesehen haben sollte.
Bevor wir uns in Belem in den Zug setzten sahen wir uns noch am nahegelgenen Fähranleger nach einer Überfahrtmöglichkeit für morgen um.
Den Tag ließen wir gemütlich am Hotelpool ausklingen.