Nachdem wir ausgeschlafen und gefrühstückt hatten (das Hotelfrühstück war, dem Hotel entsprechend, übrigens auch nahezu perfekt – sogar der Kaffee war gut), fuhren wir mit dem Auto nach Belem, wo wir eine halbe Stunde Zeit hatten, bis die Autofähre kam. Sie brachte uns für 5 Euro nicht nur wie erwartet, in gerader Linie über den Tejo nach Trafaria, sondern richtig weit flussaufwärts unter der gewaltigen Brücke des 25 April hindurch nach Cachilhas. Hier wollten wir ohnehin her, denn hier steht die gewaltige Christusstatue, die der in Rio de Janiero recht ähnlich sieht. Von da soll sich ein bezaubernder Blick über den Tejo und Lissabon bieten.
Bevor wir den allerdings
genießen
konnten, wurden wir von unserem Navi allerdings erst einmal
gründlich
hereingelegt. Machmal sollte man eben doch eher der Ausschilderung
vor Ort vertauen...
Ehe wir uns versahen standen wir auf der Autobahn an der Mautstelle der Tejo-Brücke(die übrigens nur stadteinwärts mautpflichtig ist) und hatten keine Chance mehr, auf das kleine Sträßchen abzubiegen, auf das unser elektronisches Helferlein es abgesehen hatte. Also fuhren wir über das monumentale 2,7km lange und 70 m hohe Brückenbauwerk zurück nach Lissabon, wo wir im dichtesten aber vergleichsweise beherrschbaren Stadtverkehr nach einer Umkehrmöglichkeit suchten. Als wir diese dann schließlich gefunden hatten und wieder auf der anderen Seite angekommen waren, folgten wir lieber der Beschilderung zum Christo Rei. Diese 28 m hohe Statue befindet sich auf einem 82m hohen Betonsockel, der auch als Aussichtsplattform dient. Aber auch der Blick vom Fuß dieses Monuments ist wirklich großartig zu nennen.
Anschließend fuhren wir zur Costa Caparica, wo sich ein endloser Sandstrand an den nächsten reiht und die Anzahl der Besucher proportional zur Entfernung vom Ort abnimmt. Bis vor kurzem verkehrte wohl auch eine kleine Strandeisenbahn zwischen den einzelnen Stränden. Dem Zustand der Schienen nach zu urteilen, wurde sie aber vor einiger Zeit aufgegeben.
Nach einem ausgiebigen Bad
im Ozean
fuhren wir entlang der eindrucksvollen Sandsteinklippenin Richtung
Fonte de Telha. Mehrmals stoppten wir für kurze
Spaziergänge
durch die herrlichen Pinienwälder.
Eigentlich wollten wir uns nun über Nebenstraßen nach Setubal durchschlagen, um dem Naturreservat am Sado-Delta noch einen Besuch abzustatten. Doch das erwies sich als zu zeitaufwändig.
Deshalb bogen wir in
Richtung Montijo
ab. Von hier führt die Autobahn A12 über Lissabons
zweite
Riesenbrücke zurück auf „unsere“
Seite des Tejo. Diese
erst 1998 zur Weltausstellung eröffnete Brücke ist
insgesamt 18 km lang und damit Europas längste
Brücke.
Anders als die Ponte 25 de Abril verläuft die Fahrbahn hier
größtenteils in geringer Höhe über
der
Wasseroberfläche und erhebt sich nur zweimal um Schiffen
Durchfahrtsmöglichkeiten zu bieten. Ein faszinierendes
Bauwerk,
dass sich perfekt in die Umwelt einfügt. Auf der
Südseite
flach und unscheinbar, die Nordseite passend zu den modernen
Gebäuden
im Expo-Gelände, mit einer gewaltigen
Hängekonstruktion.
Da wir nun einmal hier waren, schauten wir uns auch noch den Park der Nationen, das ehemalige Gelände der Weltausstellung an. Am Rande moderne Wohnsiedlungen mit herrlichen Grünanlagen und im Zentrum das Ausstellungs- und Kongresszentrum. Alles dominiert vom modernen Torre Vasco da Gama. Am Fuße des Turms beginnt eine Seilbahn, die uns, gemütlich am Ufer entlangschwebend, zum Oceanarium und zurück brachte
Nun lag nur noch die Fahrt durch den dichten Berufsverkehr im Stadtzentrum von Lissabon vor uns. Verglichen mit dem Verkehr in anderen südlichen Gegenden – ich denke hier nur an Neapel- lief aber alles ganz gesittet ab und wir konnten uns sogar noch einen Abstecher nach Belem erlauben.
Kurz nach Einbruch der Dunkelheit trafen wir wieder am Hotel ein, wo uns auf dem Parkplatz mit einem Mal winzige Fledermüse umschwirrten.
Nun blieb uns nur noch das Kofferpacken und der Wunsch mit wesentlich mehr verfügbarer Zeit hierher zurückzukehren