Da die Sicht am nächsten Morgen recht gut
war, beschlossen wir gleich den Vesuv in Angriff zu nehmen. Also fuhren
wir nach einem sehr einfachen Frühstück wieder bis
fast nach Neapel zurück, dank Navigationssystem war es auch
kein Problem, das schmale Sträßchen, dass in
Ercolaneo in Richtung Gipfel abzweigt, zu finden. Die Straße
windet sich am Berghang empor und bietet immer wieder beeindruckende
Talblicke. Auf dem Parkplatz unterhalb des Gipfels standen schon einige
PKWs und Busse, aber da es noch relativ früh am Morgen war,
fanden wir problemlos einen Parkplatz.
Nachdem wir unseren
Eintrittsobulus entrichtet und die Soiuvenierläden
durchstöbert hatten stiegen wir die letzten paar hundert Meter
auf. Kurz hinter dem Eingangstor stand ein älteres
Pärchen und verteilte freigiebig selbstgeschnitzte
Wanderstöcke an die vorbeilaufenden Menschen. Viele griffen
spontan zu und freuten sich über diese Nettigkeit. Beim
Abstieg staunten sie dann allerdings meist nicht schlecht, als sie zur
Kasse gebeten wurden... Nun wir bewältigten den Aufstieg auf
ca. 200m auch ohne Hilfsmittel problemlos und genossen die Ausblicke
ins Umland und auf den Golf sowie den spannenden Blick ins
Kraterinnere. Da drin gab es aber nicht soo viel zu sehen, an einigen
Stellen stieg Dampf auf, an anderer Stelle lagen alte Reifen... Soweit
wir durften,
liefen wir um den Krater herum, genossen die
Landschaft
und spazierten dann zum Auto zurück. Das hatten wir uns viel
anstrengender vorgestellt. Da es noch nicht so spät war,
beschlossen wir, talwärts zu fahren, das Auto am
nächstbesten Bahnhof zu parken und mit der Bahn nach Neapel zu
fahren. Laut Navigationssystem waren es vom Vesuv bis zum
nächsten geeigneten Bahnhof (mit Parkplatz) nur 8 km. Als wir
unten waren, sollten es nur noch 4km sein – also wirklich
kein Grund auf die Autobahn zu fahren und Geld auszugeben. Nach 90
Minuten waren es immer noch 2,5km- Verkehrschaos pur und keine Chance
zu entkommen. Plötzlich tauchte ein Wegweiser zur Stacione
(Bahnhof) auf. Zwar sollten wir noch gar nicht da sein, aber ein
Bahnhof ist doch so gut wie der andere, dachten wir. Ein
Parkplatz
direkt vor der örtlichen Polizeiwache war auch frei
– alles perfekt. Allerdings mussten wir bei der
Lektüre des Fahrplans feststellen, dass dieser Bahnhof wohl zu
einer Nebenstrecke gehörte, denn der nächste Zug
sollte erst in knapp 2 Stunden fahren. Was soll's, wir besichtigten
schnell den Fischereihafen von Torre Annunziata und beschlossen die
Stadtbesichtigung auf den nächsten Tag zu verschieben. Am Auto
warfen wir noch schnell einen Blick in die Karte um zu entscheiden, ob
wir die Autobahn nehmen sollten oder ob es eventuell eine geeignete
Nebenstraße in Richtung Sorrent gäbe. Kaum hatten
wir die Karte entfaltet, kam ein älterer Polizist aus der
Wache geradewegs zu uns und fragte wie er uns helfen könne:
Nach Sorrent sollten wir unbedingt die Autobahn nehmen,- vorn nach
rechts an der Kirche zweimal links, die übernächste
Kreuzung rechts... – er merkte schnell, das wir uns unsicher
waren. Er bat uns einen Moment zu warten und verschwand wieder in der
Wache. Wir nahmen an, er würde zur Verdeutlichung einen
Stadtplan oder so etwas holen, aber nach 5 Minuten kam er mit seinem
Helm wieder, schwang sich auf sein Dienstmoped und forderte uns auf ihm
zu folgen. Durch unzählige Nebengässchen und
über die Hauptstraße, die er kurzerhand blockierte,
führte er uns in wenigen Minuten zur nächsten
Autobahnauffahrt. Also fuhren wir erst einmal ins Hotel zurück
wo wir uns von den Strapazen erholten. Tina spielte in der Zwischenzeit
mit den Hotelhunden.
Am
Nachmittag fuhren wir zuerst zum Strand unterhalb unseres Hotels um
wenigstens einmal im Meer gebadet zu haben. Anschließend
machten wir eine Rundfahrt über die wunderschöne
Sorrentiner Halbinsel und genossen die Aussichten auf den Golf von
Neapel mit den Inseln Capri und Ischia und von der anderen Seite der
Berge auf den Golf von Salerno. Beim Abendessen waren wir heute nicht
mehr ganz allein, ein englischsprechendes Ehepaar speiste mit uns.