Der nächste Morgen sah grau und trübe aus,
der Vesuv war
nur zu erahnen. Also fuhren wir mit dem Auto nach Sorrent, parkten in
einem Parkhaus am Stadtrand und marschierten zum Bahnhof. Der Zug war
recht voll, dafür waren es auch nur noch 5 Minuten bis zur
Abfahrt. Eine Stunde würde die Fahrt dauern, so lange kann man
schon mal stehen. An den nächsten Stationen füllte er
sich
allerdings immer mehr und jeder war froh wenn er wenigstens mit einem
Fuß festen Halt hatte. Auf einmal war laute Akkordeonmusik zu
hören. Da quetschte sich doch tatsächlich ein
Musikant durch
den Zug, spielte aller 10 m ein Stück und hielt seine
Mütze
auf. Als das Gedrängel dann wirklich kaum noch zu
ertragen
war,
stiegen an den Stationen um Pompei endlich die Schulklassen aus aller
Welt aus. Um uns herum hatten Schüler aus Frankreich,
Deutschland
und Israel gestanden und einen Höllenlärm
veranstaltet. Jetzt
waren sogar Sitzplätze frei und wir konnten die letzten
Minuten
der Fahrt einigermaßen genießen. In Neapel
angekommen
fanden wir uns in einem totalen Chaos aus Menschen, Autos und Bussen
wieder. So etwas wie Wegweiser zu den Sehenswürdigkeiten waren
nicht zu entdecken. Wir liessen uns also einfach mit den Menschen
treiben. Aber so landeten wir doch nicht da wo wir hinwollten. Also
holte ich wieder unser GPS-Gerät heraus. Natürlich
waren wir
gerade in die vollkommen falsche Richtung gelaufen. Also ging es
zurück durch typische neapolitanische Straßen in
Richtung
Bahnhof und von dort zum Hafen. Als wir gerade im historischen Zentrum
angekommen waren fing es heftig an zu regen. War das Gedrängel
und
Gewühl schon vorher kaum zum aushalten wurde es jetzt durch
die
aufgespannten Regenschirme total chaotisch. Die unzähligen
fliegenden Händler reagierten sofort und versuchten jedem, der
noch keinen Regenschirm trug einen zu verkaufen. Uns wurde das alles zu
viel. Auf dem kürzesten Weg marschierten wir zum Bahnhof. Dort
war
der Zug nach Sorrent natürlich gerade abgefahren und wir
mussten
eine halbe Stunde warten. Als wir dann endlich einsteigen konnten,
erwischten wir zum Glück schöne Sitzplätze
und konnten
die Fahrt im wiederum überfüllten Zug, wenn schon
nicht
geniessen, so doch wenigstens aushalten. In Sorrent nahmen wir uns noch
Zeit zur einer Stadtbesichtigung, die sich hier auch wirklich lohnte.
Das Städtchen ist wunderschön, wird
zwar auch stark
von
Touristen bevölkert, versprüht aber das erwartete
Flair. Wir
kauften noch ein paar Souvenirs, probierten das leckere Eis und fuhren
dann zum Hotel zurück. Am späteren Nachmittag
unternahm ich
noch eine kleine Exkursion in das kleine
Fischerdörfchen
unterhalb
unseres Hotels.
In der Hochsaison scheint hier auch Hochbetrieb
zu
herrschen, jetzt in der Nebensaison war ich hier der einzige Fremde und
wurde dementsprechend argwöhnisch betrachtet. Beim Abendessen
fehlte heute die junge Kellnerin und wir mussten uns mit der
älteren Köchin auf italienisch verständigen,
dank
Sprachführer, Händen und Füßen
klappte aber auch
das ganz gut. Dafür kamen wir mit den Engländern ins
Gespräch und konnten ihnen noch ein paar Tipps für
den Vesuv
und die Fahrt nach Neapel geben. Als Höhepunkt des Abends
gelang
es Elke, der Italienerin verständlich zu machen, dass wir gern
ein
paar Flaschen von dem köstlichen Wein zum Mitnehmen kaufen
wollten.